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EINSTIEG7 Minuten Lesezeit

Lightroom oder Photoshop? Die Frage stellt sich gar nicht

Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden – und die kurze Antwort lautet: Du brauchst kein Entweder-oder. Du musst nur verstehen, wann du was benutzt. Das klären wir hier.

Rick MaschkeRick MaschkeFotograf und Trainer
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Merk dir diese eine Eselsbrücke, dann brauchst du den Rest fast nicht mehr: Lightroom ist deine Dunkelkammer. Photoshop ist die ganze Werkstatt.

Die Eselsbrücke, die alles klärt

Lightroom ist deine Dunkelkammer. Photoshop ist die gesamte Werkstatt.

Mit Lightroom verbesserst du dein Foto. Mit Photoshop veränderst du das, was auf dem Foto zu sehen ist.

Dieser eine Satz beantwortet die meisten Fälle von selbst. Alles Weitere ist nur noch Ausbuchstabieren.

Lightroom verbessert das Foto. Photoshop verändert, was darauf zu sehen ist.

Wann du Lightroom nutzt

Im Fotoalltag – und das ist der größere Teil deiner Arbeit.

Du kommst von einem Shooting oder von einer Reise zurück und hast mehrere hundert Bilder. Du importierst, sortierst, bewertest, selektierst und legst sie in die richtigen Ordner. Du baust dir die gesamte Organisation rund um deine Bilddaten auf.

Danach beginnt die Entwicklung: Belichtung, Farbe, Kontrast, Weißabgleich, Tiefen und Lichter. Genau das, was früher in der Dunkelkammer möglich war.

Warum nondestruktiv der entscheidende Vorteil ist

Lightroom arbeitet nondestruktiv. Das heißt: Dein Originalbild wird niemals verändert.

Du kannst jeden Schritt zurückgehen und jederzeit zum Ursprung zurückkehren. Was du siehst, ist eine Anweisung, wie das Bild dargestellt werden soll – nicht das veränderte Bild selbst.

Deshalb kannst du in Lightroom mutig sein. Kaputtmachen geht nicht.

Wann du zu Photoshop wechselst

Dann, wenn Lightroom an seine Grenzen kommt – also wenn du Dinge umsetzen willst, die dort schlicht nicht möglich sind.

Photoshop arbeitet mit Ebenen und Masken. Daraus ergeben sich vier typische Anlässe:

Du willst mehrere Bilder zu einem verschmelzen. Du willst mit Text arbeiten und ihn gestalten. Du gehst in detaillierte, komplexe Retusche – Haut, Haare, Fell, feine Landschaftsstrukturen. Oder du brauchst pixelgenaue Kontrolle, weil du hohe Qualität anstrebst.

Sobald einer dieser Punkte zutrifft, ist es Zeit zu wechseln.

Photoshop beginnt dort, wo Lightroom aufhört – nicht vorher.

Meine Faustregel: 80 bis 90 Prozent

Bei meinen privaten Bildern – also wenn es kein Retusche-Auftrag ist – realisiere ich rund 80 bis 90 Prozent im RAW-Konverter.

Nur die Finalisierung passiert in Photoshop.

Wer diese Verteilung im Kopf hat, hört auf, jedes Bild in Photoshop zu öffnen. Und spart damit erstaunlich viel Zeit.

Beide arbeiten zusammen – in beide Richtungen

Das ist der Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Die Frage nach dem Entweder-oder stellt sich gar nicht.

Du kannst ein Bild aus Lightroom direkt an Photoshop übergeben. Und wenn dein Weg dort abgeschlossen ist, exportierst du es so, dass es wieder in Lightroom zurückläuft.

Dein Bild bleibt also im selben Katalog, in derselben Ordnung. Du wechselst nur das Werkzeug, nicht das System.

Denk in Paaren, nicht in Alternativen.

Und was ist mit Retusche direkt in Camera Raw?

In den neueren Versionen von Camera Raw und Lightroom kannst du inzwischen auch retuschieren. Das stimmt.

Aber du bist dort in einem Ökosystem gefangen, in dem pixelgenaues, qualitativ hochwertiges Arbeiten so nicht wirklich möglich ist.

Mein Rat: Mach dort das Nötigste – also die Entwicklung. Alles, was darüber hinausgeht, gehört nach Photoshop.

Dein Workflow, Schritt für Schritt

Importieren. Deine Daten kommen nach Lightroom.

Organisieren. Bewerten, bestern, aussortieren, was du nicht behalten willst.

Entwickeln. Belichtung, Kontrast, Farbe, Weißabgleich, Tiefen, Lichter, Schatten – alles, was das Bild betrifft, wie es ist.

Wechseln. Ab nach Photoshop für pixelgenaue Retusche und alles, was Ebenen braucht.

Prüfen. Der letzte Check auf Halos, chromatische Aberrationen und andere Störungen.

Zurückführen. Sauber exportieren, sodass das Ergebnis wieder in Lightroom landet.

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