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GRUNDLAGEN6 Minuten Lesezeit

Klarheit ohne Halos – partiell statt global

Der Klarheit-Regler holt beeindruckende Details aus einem Bild – und hinterlässt an anderen Stellen einen weißlichen Saum. Das liegt nicht am Regler, sondern daran, wie du ihn benutzt. Die Lösung dauert keine Minute.

Rick MaschkeRick MaschkeFotograf und Trainer
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Der ganze Beitrag in einem Satz: Zieh die Klarheit nicht global über das Bild, sondern mal sie mit dem Korrekturpinsel genau dort hinein, wo du sie brauchst. Funktioniert in Camera Raw und Lightroom gleichermaßen.

Was der Klarheit-Regler eigentlich tut

Klarheit verstärkt die Mitteltonkontraste. Das klingt technisch, hat aber einen sehr sichtbaren Effekt: Details treten hervor, die vorher flau wirkten.

Bei Stein, Rinde, Fels oder Gewebe ist das oft beeindruckend. Ein Zug am Regler, und die Oberfläche bekommt plötzlich Charakter.

Deshalb greifen so viele dazu. Und deshalb gerät es auch so häufig aus dem Ruder.

Das Problem: der weiße Saum

Wenn du die Klarheit global über das ganze Bild ziehst, betrifft sie jeden Bereich gleichermaßen – auch die, die davon gar nichts brauchen.

An Kanten mit starkem Helligkeitsunterschied entsteht dann ein heller Schein: der Halo-Effekt. Typische Kandidaten sind Baumkronen gegen den Himmel, Bergkanten oder Dächer gegen helle Flächen.

Das Tückische daran: Im Original ist davon nichts zu sehen. Der Saum entsteht erst durch deine Bearbeitung.

Schalt beim Prüfen einmal zwischen Vorher und Nachher hin und her. Dort, wo eine Kante plötzlich leuchtet, hast du ein Halo.

Halos sind nicht im Bild. Du legst sie hinein.

Ein Beispiel: 75 vorne gut, hinten kritisch

Nehmen wir eine Landschaftsaufnahme mit Fels im Vordergrund und Baumkanten im Hintergrund.

Zieh die Klarheit auf 75, und der Stein im Vordergrund wird richtig gut – die Struktur kommt heraus, das Material wird greifbar.

Gleichzeitig bekommst du hinten an den Kanten einen leichten weißlichen Schein. Genau zwei kritische Stellen, die vorher sauber waren.

Das ist der klassische Zielkonflikt: Ein Wert, der für den einen Bildteil perfekt ist, ruiniert den anderen.

Die Lösung: der Korrekturpinsel

Statt den globalen Regler zu benutzen, nimmst du den Korrekturpinsel und stellst dort die Klarheit ein – zum Beispiel wieder auf 75.

Wähl eine größere Pinselspitze und mal über die Bereiche, in denen der Effekt wirken soll. In unserem Beispiel nur über den Fels im Vordergrund.

Der Hintergrund bleibt unberührt – einfach weil du nicht darübergegangen bist. Kein Halo, weil dort gar keine Klarheit anliegt.

Über Dichte und Fluss steuerst du zusätzlich, wie stark der Effekt beim Malen aufträgt.

Kein Halo, weil dort gar keine Klarheit anliegt.

Maske einblenden und sauber nacharbeiten

Beim Malen verrutscht man leicht. Deshalb: Lass dir die Maske anzeigen. Dann siehst du farbig markiert, wo dein Effekt tatsächlich sitzt.

Geht sie zu weit, klick auf Radieren, verkleinere danach die Pinselspitze und nimm die Bereiche wieder heraus, die verschont bleiben sollen.

Die Reihenfolge ist wichtig: erst auf Radieren umschalten, dann die Größe ändern. Sonst änderst du die Größe des falschen Werkzeugs.

Willst du an einer Stelle doch Klarheit haben, geh zurück auf Hinzufügen und arbeite mit einer kleinen Spitze präzise nach. Anschließend Maske ausblenden und das Ergebnis beurteilen.

Warum nicht Verlaufs- oder Radialfilter?

Beides funktioniert grundsätzlich auch. Aber beide definieren eine Fläche – einen Verlauf oder eine Ellipse.

Halos entstehen jedoch nicht flächig, sondern entlang bestimmter Kanten. Und die verlaufen selten so, wie ein Filter es vorgibt.

Mit dem Korrekturpinsel bestimmst du jeden einzelnen Bereich selbst. Genau darum geht es hier.

Der eigentliche Gedanke dahinter

Es ist kein großes Geheimnis und keine komplizierte Technik. Es ist nur eine andere Gewohnheit.

Die meisten globalen Regler wirken auf Bereiche, die sie gar nicht brauchen. Sobald du anfängst, sie partiell einzusetzen, verschwinden viele Probleme von selbst – statt dass du sie hinterher wegretuschieren musst.

Wenn du gern mit Klarheit arbeitest: Probier es beim nächsten Bild einmal so.

Ein Regler, der nur dort wirkt, wo er gebraucht wird, macht selten Probleme.

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